Filme

Die folgenden Filme präsentieren die wichtigsten Erkenntnisse des Forschungsverbunds in einer zugänglichen Form. Basierend auf den sechs Themen des Verbunds erläutern die Expertinnen und Experten ihre zentralen Thesen sowie die wichtigsten Handlungsoptionen. Mit einer Länge von sechs bis zehn Minuten ist diese multimediale Variation unserer Ergebnisse eine gute Möglichkeit, die zentralen Inhalte schnell zu erfassen und zu vermitteln.

Radikalisierung von Individuen: Ein Überblick über mögliche Erklärungsansätze

Warum ein Individuum sich radikalisiert und unter Umständen auch zur Anwendung terroristischer Gewalt bereit ist, beschäftigt Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen. Es gibt heute eine Fülle internationaler und nationaler Studien, die zeigen, dass insbesondere die Aneignung extremistischer Denkmuster und die Mitgliedschaft in einer extremistischen Gleichaltrigengruppe im Jugendalter häufig auch eine (sozio-)biografische Funktion erfüllt. Beides hilft bei der Bewältigung kritischer Lebensereignisse, der Lösung von Entwicklungsaufgaben oder bei der Überwindung einer Statuspassage. Es geht sowohl um die Reduktion von Unsicherheiten und Identitätskonflikten als auch um die Befriedigung allgemeiner Bedürfnisse wie Zugehörigkeit und Anerkennung. Besonders extremistische Gruppen bieten sich durch ihren autoritären Führungsstil sowie ihre Hierarchie und Rollenstruktur dafür an, liefern sie doch ihren Mitgliedern eine umfassende soziale Identität. Ideologien bieten Individuen wiederum subjektiv nachvollziehbare Deutungsmuster und individuelle Handlungsalternativen für ihre spezifischen Problemlagen an.

Film "Radikalisierung von Individuen" |  Länge 8"00' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018


Brücken-Narrative: Verbindende Elemente für die Radikalisierung von Gruppen

Ra­di­ka­le Grup­pen stel­len nicht nur Sicher­heits­behör­den, son­dern die ge­sam­te Ge­sell­schaft vor e­norme Heraus­for­der­ungen. Da Ra­di­kalisierungs­pro­zesse oft­mals durch so­ziale Inter­aktio­nen in Grup­pen voran­ge­trieben wer­den und selbst Per­so­nen, die schluss­endlich im Allein­gang han­deln, im Vor­feld mit an­deren Per­sonen, Netz­werken und Grup­pen inter­agieren, sind Grup­pen­dy­nami­ken, kollektive I­den­ti­tät und Ideo­logie wich­tige Gegen­stände der Ra­di­ka­li­sierungs­for­schung.

Film "Brückennarrative" |  Länge 9"20' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018


Radikalisierung der Gesellschaft? Forschungsperspektiven und Handlungsoptionen

In der Debatte nach dem „Wie“ und „Warum“ steht die Radikalisierung von Individuen und Gruppen noch immer im Vordergrund. Auch wenn die Gesellschaft noch vorwiegend als soziales Umfeld oder Umwelt in vielen Studien betrachtet wird, hat die Frage nach der Wirkung von radikalisierten Individuen, Gruppen, Milieus und Schichten auf die Gesellschaft an Raum gewonnen. Denn nicht nur Einzelne oder Gruppen können sich radikalisieren – auch eine Gesellschaft kann sich radikalisieren. Das geschieht etwa, wenn die Legitimität des politischen Systems in Frage gestellt wird und eine Abkehr von herrschenden sozialen Normen im politischen Umgang, insbesondere eine Abkehr der Ablehnung von politischer Gewalt, stattfindet.

Film "Radikalisierung der Gesellschaft?" |  Länge 9"50' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018


Herausforderung Deradikalisierung: Einsichten aus Wissenschaft und Praxis

Zwar boomt die Forschung zum Thema „Radikalisierung“, aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Thema sind bisher jedoch nur wenige praxisrelevante Ansatzpunkte für Deradikalisierung entstanden. Es mangelt nicht nur an Überblickswerken, die existierende Literatur ist zudem inkohärent. In Deutschland, wie auch international, bestehen nach wie vor verschiedene Begrifflichkeiten und Systematisierungen nebeneinander. Zentrale Akteure aus Praxis, Wissenschaft, (Sicherheits-)Behörden und Politik verwenden weder einheitliche Definitionen, noch herrscht Einigkeit darüber, was Deradikalisierung (praktisch) zu bedeuten hat.

Film "Herausforderung Deradikalisierung" |  Länge 7m"00' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018


Die Rolle des Internets und sozialer Medien für Radikalisierung und Deradikalisierung

Radikalisierung vollzieht sich zwar primär in der „realen Welt“, Extremistinnen und Extremisten zeigen sich seit Bestehen des Internets als virtuose Internetnutzer, die nicht nur mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten, sondern sie auch geschickt für ihre Zwecke einzusetzen wissen – als Propagandamittel, zur Rekrutierung, für Logistik und Finanzierung ihrer Machenschaften. Heute ist das Internet zu einem der zentralen Betätigungsfelder radikalisierter Gruppen geworden. Entsprechend existiert eine reichhaltige und zunehmende Forschung zur Frage, welche Rolle das Internet und die sozialen Medien für Radikalisierungs- und Deradikalisierungsprozesse spielt.

Film "Die Rolle des Internets" |  Länge 6"50' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018


Evaluation in der Extremismusprävention

Evaluation hilft uns, zu verstehen, wie die Prävention von Radikalisierung und Extremismus im gesellschaftlichen Kontext wirkt. Sie soll Antworten auf die häufig gestellte Frage nach den sichtbaren Erfolgen von Prävention liefern. Allerdings werden an Evaluation teils überzogene Erwartungen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Durchführbarkeit gestellt. Das berechtige Interesse an belastbaren Wirksamkeitsnachweisen stößt bei der Planung und Umsetzung von Evaluationsstudien im Bereich Deradikalisierung, Distanzierung und Prävention von Radikalisierung häufig auf beträchtliche Schwierigkeiten.

Film "Evaluation in der Extremismusprävention" |  Länge 6"30' |  Realisation Philipp Offermann mit Manuel Steinert // Lilli Kannegießer |  HSFK 2018